
Baustelle Backstube: Neues Design und die Vision vom flexiblen Brot
Baustelle Backstube: Neues Design und die Vision vom flexiblen Brot Vielleicht ist es dem ein
Dieser Monat hatte alles: eine Rezeptur, die mich nicht loslässt, Rückmeldungen die mich antreiben, und ein Moment in meiner eigenen Küche, der mich daran erinnert hat, warum ich das alles hier mache.
Ich habe diesen Monat sehr viel Zeit in eine Sache gesteckt: meine Grundrezeptur für Colomba von Grund auf neu zu denken. Wie weit geht das Mehl? Wie viel Volumen ist wirklich möglich?
Das Ergebnis hat mich so überzeugt, dass ich nicht aufhören kann, daran zu denken.
Was mich dabei beschäftigt: Wer diese Rezeptur konventionell in einer Bäckerei umsetzen will, kommt an einem Punkt nicht vorbei – die Rohstoffe. Ein Produkt auf diesem Niveau steht und fällt mit der Qualität dessen, was man einkauft. Bestes Mehl, beste Zutaten. Sonst lohnt der Aufwand schlicht nicht.
Es erreichen mich immer wieder Nachrichten zu den Rezepten und zu euren Backergebnissen – danke dafür. Bisher waren alle positiv, das freut mich wirklich sehr.
Besonders schön: eine Rückmeldung zur Osterchüechli-Rezeptur, inklusive Foto. Geschmacklich sehr gut angekommen, die Rosinen wurden durch Blaubeeren ersetzt – eine Idee, die ich direkt mag. Dabei habe ich auch noch ein paar Fehler im Text entdeckt und ausgebessert.
Meine Frau hat die Focaccia-Rezeptur nachgebacken. Ohne meine Hilfe, einfach der Anleitung gefolgt.
Das Ergebnis: schöne offene Porung, wahnsinnig saftig. Ich hätte es nicht besser hinbekommen.
Das war so ein Moment, in dem man merkt, dass die Zeit sich auszahlt. Auch die Aufrufzahlen der Webseite zeigen einen leichten Anstieg – ein Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Nächsten Monat möchte ich ältere Rezepte überarbeiten. Der Schreibstil der frühen Texte gefällt mir nicht mehr – der Lesefluss stimmt noch nicht, und das soll sich ändern.
Eines der häufigsten Probleme beim Backen lässt sich mit einem einzigen Werkzeug lösen: einem Kerntemperaturmesser. Zu früh aus dem Ofen bedeutet klebrige Krume, instabile Struktur, enttäuschende Ergebnisse – egal wie gut das Rezept ist.
Die Kerntemperatur lügt nicht. Sie sagt dir objektiv, wann ein Produkt wirklich fertig ist – unabhängig von Ofentyp, Backform oder Teiggröße. Wer einmal damit arbeitet, möchte nicht mehr ohne.
Ein letzter Hinweis vor der Tabelle: Die angegebenen Bereiche sind Zielwerte, keine starren Grenzen. Faktoren wie Fettgehalt, Hydration und Backform beeinflussen, wo genau im Bereich ihr landen solltet. Die Hinweise geben euch die entscheidenden Anhaltspunkte.
| Produktgruppe | KT-Bereich | Hinweis |
|---|---|---|
| Roggen-/Roggenmischbrot | 98–99 °C | Unter 98 °C bleibt die Krume oft klitschig – bei Roggen lieber eine Minute zu lang als zu kurz. |
| Kastenbrot / Toast | 94–97 °C | In der Form verdampft weniger Wasser – deshalb etwas niedrigere Zieltemperatur als freigeschobene Brote. |
| Weizenbrot (freigeschoben) | 96–98 °C | Für rösche Kruste und stabile Krume. Wer eine weichere Kruste möchte, kann bei 96 °C raus. |
| Brötchen / Kleingebäck | 95–98 °C | Muss schnell und knackig ausbacken – kurze Backzeit, volle Temperatur bis zum Schluss. |
| Brioche | 94–96 °C | Bei hoher Fettlast eher Obergrenze anpeilen – Fett verlangsamt die Wärmeübertragung im Teig. |
| Hefezopf / Stuten | 92–94 °C | Moderater Fettgehalt, gart schneller durch als Brioche. Zu hoch und die Krume wird trocken. |
| Panettone / Stollen | 93–95 °C | Unter 93 °C instabil, über 95 °C schnell trocken – das Fenster ist eng, der Messer lohnt sich hier besonders. |
| Croissant / Plunder | 95–97 °C | Schichten müssen im Kern durch sein – sonst kollabiert die Struktur beim Abkühlen. |
| Sandmasse / Rührkuchen | 92–95 °C | Schwere Masse braucht Zeit im Kern. Stäbchenprobe und Kerntemperatur kombinieren. |
| Biskuit / Wiener Masse | 88–92 °C | Über 92 °C wird die Krume trocken und verliert die typisch lockere Struktur. |
| Käsekuchen / Quarkmasse | 70–75 °C | Eier-Stockung – der Kuchen darf beim Herausnehmen noch leicht wackeln. Er zieht beim Abkühlen nach. |
Danke fürs Lesen – bis nächsten Monat.

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