
In den letzten Wochen habe ich mich einer neuen, fast schon philosophischen Herausforderung gestellt: Wie erschafft man das „perfekte“ Rezept? Nicht nur eine gute Anleitung, sondern die beste Version einer Idee. Dafür habe ich mir einen neuen Assistenten in die Backstube geholt, über den viele vielleicht den Kopf schütteln werden: eine künstliche Intelligenz.
Bäckerhandwerk und KI – passt das zusammen? Ich war selbst skeptisch. Aber ich wollte wissen, was passiert, wenn man traditionelles Wissen mit den unendlichen Möglichkeiten der Datenanalyse kreuzt.
Mein Vorgehen ist immer gleich: Ich nehme zwischen fünf und zehn Rezepte für eine Idee, die ich über Jahre gesammelt habe, aus Büchern oder dem Internet. Diesen Datenschatz füttere ich an die KI.
Sie agiert wie der ultimative Recherche-Assistent. Sie analysiert blitzschnell alle Gemeinsamkeiten, erkennt die mathematischen Durchschnittswerte und zeigt mir die Ausreißer auf. Sie gibt mir eine „Meta-Rezeptur“ – das technische, seelenlose Destillat aus zehn verschiedenen Quellen.
Und genau an diesem Punkt beginnt meine eigentliche Arbeit. Ich nehme dieses Grundgerüst und hauche ihm meine Philosophie ein: Zeit entwickelt Teige.
Mein aktuelles Projekt sind Croissants. Die KI gab mir eine solide Basis, aber die Seele fehlte. Also fügte ich meine Handschrift hinzu: Ich ersetzte einen Teil des Mehls durch einen Vorteig mit rund 25% Sauerteig. Um die lange, unkontrollierte Reife auszugleichen, unterstütze ich den Teig mit einer winzigen Menge von nur 1% Hefe.
Das Ergebnis nach zwei Backversuchen hat mich selbst umgehauen. Wir haben Croissants mit einem unglaublich komplexen, buttrigen und tiefen Aroma, wie man es sonst nur aus Frankreich kennt. Und die wichtigste Erkenntnis: Sie schmecken nicht sauer! Ein gut geführter, milder Weizensauerteig bringt keine stechende Säure, sondern eine elegante, fast schon fruchtige Note, die den Buttergeschmack noch hervorhebt.
Das Beste daran ist die Flexibilität: Der Teig wird an Tag 1 hergestellt und touriert. Du kannst die Croissants dann noch am selben Abend formen und am nächsten Morgen backen. Oder du lässt den Teigblock eine weitere Nacht reifen und formst erst an Tag 2, um an Tag 3 zu backen – ohne jeglichen Qualitätsverlust.
Diese neue Arbeitsweise hat mich inspiriert. Für die Zukunft möchte ich auf meiner Seite noch viel tiefer in die Materie eintauchen. Ich will euch nicht nur Rezepte geben, sondern eine umfassende Wissens-Bibliothek aufbauen:
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich diesen „Tipps & Tricks“-Bereich dafür am besten aufbaue. Vielleicht werden es strukturierte Beiträge, vielleicht ein ganz neues Format. Genau hier seid ihr gefragt: Ich freue mich immer über eure Ideen, Anregungen und Fragen. Was wolltet ihr schon immer wissen?
Denn am Ende ist auch die beste KI nur ein Werkzeug. Die wahre Magie entsteht durch die Neugier, die Leidenschaft und den Austausch in unserer Community.
Während ich an den Croissants getüftelt habe, sind auch ein paar andere neue Inhalte für euch online gegangen: