Doppelback

Doppelback Zutaten

Hauptteig

Zutatg
Roggenvollkornmehl ℹ️
×Alternativ funktioniert auch Roggenmehl Type 1150. Reduziere dann aber die Wassermenge im Hauptteig um ca. 10 %.
869
Weizenmehl 550290
Wasser1.297
Altbrot ℹ️
×Hierfür wird getrocknetes Brot vom letzten Backen verwendet. Wichtig ist, dass das Brot sehr fein gerieben wird, damit später keine Stücke im Teig sichtbar sind.
116
Salz29
Gesamt

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Arbeitsaufwand: 0 Min

Doppelt gebacken: Der Weg zur ultimativen Kruste

Es gibt Techniken im Bäckerhandwerk, die klingen zunächst fast widersprüchlich. „Doppelt gebackenes Brot“ ist eine davon. Zum ersten Mal habe ich davon in meiner Ausbildung gehört, damals war es nur ein abstrakter Begriff, eine Randnotiz in den Lehrbüchern, zu der ich keinen echten Bezug hatte.

Der Moment, der alles veränderte, kam Jahre später. Bei einem Besuch in einer Handwerksbäckerei habe ich es dann zum ersten Mal mit eigenen Augen gesehen und verstanden: Das zweimalige Backen ist eine überragende Methode, um eine unvergleichlich krachende, aromareiche Kruste zu erzeugen und dem Brot eine unglaubliche Geschmackstiefe zu verleihen.

Das Geheimnis liegt in den Teigen selbst. Sie zeichnen sich durch einen extrem hohen Wasseranteil aus, oft enthalten sie sogar mehr Wasser als Mehl. Diese enorme Hydration ist der Schlüssel, damit das Brot den zweiten Backvorgang übersteht und im Inneren trotzdem unglaublich saftig und frisch bleibt.

Seit diesem Erlebnis hat mich die Idee nicht mehr losgelassen. Heute teile ich meine Version dieser faszinierenden Technik mit euch.

Doppelback

Roggensauerteig

Zutat%g
Starter ℹ️
×TA180
1000
Roggenvollkorn1000
Wasser1000
Gesamt

Weizensauerteig

Zutat%g
Starter ℹ️
×TA 200
1000
Weizenmehl 5501000
Wasser1000
Gesamt

Altbrotbrühstück

Zutat%g
Altbrot ℹ️
×Hierfür wird getrocknetes Brot vom letzten Backen verwendet. Wichtig ist, dass das Brot sehr fein gerieben wird, damit später keine Stücke im Teig sichtbar sind.
1000
Wasser2000
Gesamt

Hauptteig

Zutat%g
Roggensauerteig0
Weizensauerteig0
Altbrotbrühstück0
Roggenvollkorn ℹ️
×Alternativ funktioniert auch Roggenmehl Type 1150. Reduziere dann aber die Wassermenge im Hauptteig um ca. 10 %.
750
Weizenmehl 550250
Wasser ℹ️
×Wichtig beim Wasser: Einmal hinzugefügt, ist es sehr schwer, die Rezeptur zu retten, weil es immer leichter ist, Wasser hinzuzugeben als Mehl.
0
Salz0
Gesamt

Der Rechner für die perfekte Wassertemperatur

Als besonderes Extra für dieses anspruchsvolle Rezept habe ich meinen interaktiven Rechner für die Schüttwassertemperatur integriert. Er liest alle Zutaten und Vorstufen aus dem Rezept automatisch aus und hilft dir dabei, von Anfang an die perfekte Teigtemperatur für eine optimale Fermentation zu erreichen.

Ein wichtiger Hinweis für dieses Rezept: Die Kneterwärmung

Anders als bei reinen Weizenteigen wird dieses Brot wegen des hohen Roggenanteils nur sehr kurz und schonend gemischt bzw. geknetet. Dabei entsteht kaum Reibungswärme. Die im Rechner hinterlegten Standardwerte für eine Knetmaschine (ca. 6°C Erwärmung) sind für dieses Rezept daher zu hoch und würden zu einem falschen Ergebnis führen.

Die tatsächliche Kneterwärmung beträgt hier nur etwa 1-2°C. Bitte stelle das im Rechner wie folgt ein:

  1. Gib zuerst deine persönlichen Temperaturen für Raum, Mehl und die drei Vorstufen ein.
  2. Wähle bei der Knetmethode die Option „Manuell (°C)“ aus.
  3. Trage in das kleine Feld, das nun erscheint, den Wert 1 ein.

Der Rechner zeigt dir nun die exakt für dieses Rezept und deine Bedingungen korrekte Wassertemperatur an. So stellst du sicher, dass dein Teig nicht zu warm wird und die komplexen Aromen sich perfekt entwickeln können.

Das Formen: Eine Frage des Gefühls

Willkommen beim anspruchsvollsten Schritt. Der sehr weiche und klebrige Teig erfordert etwas Übung, aber keine Sorge, der folgende Ablauf führt dich sicher zum Ziel.

Der Ablauf

  1. Vorbereiten: Bestäube dein Gärkörbchen und deine Arbeitsfläche mit genügend Mehl. Stürze den Teig sanft aus der Schüssel auf die bemehlte Fläche.
  2. Der Hände-Trick (Entscheidender Schritt): Wasche deine Hände und lasse sie nass, ohne sie abzutrocknen. Tauche deine feuchten Handflächen nun tief in Roggenmehl, sodass eine stabile Mehlschicht daran haften bleibt. Diese „Mehl-Wasser-Barriere“ ist der beste Schutz gegen Ankleben und der Schlüssel zum Erfolg bei diesem Teig.
  3. Formen & ins Körbchen heben: Dein Ziel ist es nun, den Teig mit möglichst schnellen, aber sanften Bewegungen zu einer runden Form zu bringen. Hebe ihn anschließend entschlossen in das vorbereitete Gärkörbchen.

Ein ehrliches Wort zum Schluss: Wenn es beim ersten Mal nicht perfekt klappt und der Teig klebt – sei nicht enttäuscht. Es braucht ein paar Anläufe, um ein Gefühl für diese nassen Teige zu entwickeln. Jeder Versuch ist eine wertvolle Lektion. Das ist echtes Handwerk, und du wirst mit jedem Mal besser.

Der erste Backtag & die Reifephase

Der erste Backvorgang

  1. Ofen vorheizen: Heize den Ofen (mit Backstein oder Backblech) erst vor, wenn der Teig die perfekte Gare erreicht hat. Wähle die maximale Temperatur (Ober-/Unterhitze).
  2. Backen: Schieße das Brot ein und reduziere die Temperatur sofort auf 250°C. Sorge für ausreichend Dampf und backe das Brot für insgesamt 70 Minuten.
  3. Farbe kontrollieren: Wenn dir die Kruste nach 50 Minuten bereits dunkel genug erscheint, reduziere die Temperatur für die restliche Backzeit auf 230°C.

Vorbereitung für Tag 2

Nach dem ersten Backen folgt eine entscheidende Ruhephase, um die Feuchtigkeit im Brot zu bewahren.
  1. Vollständig auskühlen lassen: Lege das heiße Brot sofort auf ein Gitterrost und lasse es für mindestens 3-4 Stunden komplett auskühlen.
  2. Sicher verpacken: Stecke das vollständig abgekühlte Brot in eine große Plastiktüte. Achtung: Das Brot muss eine Kerntemperatur von unter 35°C haben, sonst schwitzt es und die Kruste wird zäh.
Dein Brot ruht nun bis zum nächsten Tag, an dem wir ihm seine finale, unvergleichlich knusprige Kruste verleihen werden.

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